Definition: Was ist Vollzeit?

Gerade wenn man neu in der Arbeitswelt ist, ist es normal, noch ein wenig wackelig auf den Beinen zu sein, wenn es um die vielen Regeln und Möglichkeiten geht. Wir haben die Grundlagen zusammengefasst und sind dann nochmal etwas tiefer in das Thema Vollzeit eingestiegen um dir einen bestmöglichen Überblick zu verschaffen.

Illustration Vollzeit

Die wichtigsten Punkte zur Vollzeit

Vollzeit bedeutet, dass eine Arbeitnehmerin die volle vom Unternehmen bestimmte Arbeitszeit vor Ort oder im Homeoffice arbeitet. In der Regel sind das 40 Stunden in der Woche und damit 8 Stunden am Tag. In manchen Unternehmen ist es allerdings so, dass 35 Stunden als volle Arbeitszeit gelten. Der Arbeitgeber legt nämlich fest, was im Unternehmen als Vollzeit gilt. Arbeitet man unterhalb dieser Wochenarbeitszeit, spricht man von Teilzeit.

Bestimmte Einschränkungen gelten hier allerdings genauso wie in anderen Arbeitsformen. So darf ein Mitarbeiter nicht mehr als 10 Stunden am Tag arbeiten. Bei einem regulären 8 Stunden Tag sind Überstunden also erstmal in Ordnung, mehr als 2 am Tag dürfen es aber nicht sein.

Auch gibt es eine Regelung für Pausen:

  • 30 Minuten Pause stehen dir ab 6-9 Stunden Arbeit zu.
  • 45 Minuten Pause gibt es ab 9 Stunden.

Pausen werden nicht von der Arbeitszeit abgezogen. Arbeitest du also 40 Stunden die Woche und beginnst deinen Tag um 9 Uhr, ist mit einer 30-minütigen Pause um 17:30 Uhr Feierabend.

Schichtarbeit

Bei Schichtarbeit gelten die gleichen Regeln. Es wird nur nochmal hervorgehoben, dass du ein Recht auf “eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens elf Stunden” hast. (Arbeitszeitgesetz §5) Gibt es keine tarifvertragliche Regelung, ist es gesetzlich festgesetzt, dass dir für Arbeit in der Nacht entweder ein Zuschlag auf dein Bruttogehalt zusteht oder eine unbestimmte Anzahl an freien Tagen.

Überstunden ausgleichen

In der Regel arbeitest du 8 Stunden. Wird es mal mehr – also maximal 10 Stunden – steht es dir zu, dass diese Überstunden ausgeglichen werden, so dass du wieder auf einen Durchschnitt von 8 Stunden am Tag kommst.

Bei Schichtarbeit ist das entweder...

  • … innerhalb eines Kalendermonats – Überstunden im Mai müssen auch im Mai wieder ausgeglichen werden.

oder

  • … innerhalb von 4 Wochen – sammelst du an einem Tag Überstunden hast du ab dann 4 Wochen, um sie wieder auszugleichen.

Bei werktäglicher Arbeitszeit, also tagsüber Montag bis Freitag ist das entweder...

  • … innerhalb von 6 Kalendermonaten – Überstunden im Mai müssen bis November wieder ausgeglichen werden.

oder

  • … innerhalb von 24 Wochen – sammelst du an einem Tag Überstunden, hast du ab dann 24 Wochen um sie wieder auszugleichen.

Vorteile und Nachteile von Vollzeit

Vorteile

  • Beste Rentenvorsorge im Vergleich zu anderen Arbeitsformen.
  • Mit einem geregelten Tagesablauf lässt sich besser planen.
  • Du hast die besten Karrierechancen, da du immer vor Ort bist.
  • Mehr Arbeitszeit bedeutet auch mehr Gehalt.

Nachteile

  • Weniger Freizeit, Zeit für Familie und Freunde oder Zeit für den Haushalt.
  • Wer viel verdient, dem wird auch viel vom Gehalt abgezogen.
  • Je nach Beruf, kann der Arbeitsalltag lang und eintönig sein.
  • In der Regel bedeutet Vollzeit auch frühes Aufstehen.

Von Teilzeit auf Vollzeit wechseln

Du willst das genaue Gegenteil? – Hier findest du Infos zum Wechsel von Voll- auf Teilzeit!

Du hast bisher in Teilzeit gearbeitet und möchtest jetzt wieder in die Vollzeit wechseln? Oder planst du beruflich kürzer zu treten und möchtest dich vorher über deine Möglichkeiten Informieren? Vorbildlich. Die Wörter Rückkehrrecht, Brückenteilzeitrecht oder Recht auf befristete Teilzeit sind gleich keine Worthülsen mehr. Das Rückkehrrecht bezieht sich vor allem auf Regelungen, die vor dem 1.1.2019 abgeschlossen wurden.

Es besagt: Wenn du Teilzeit in einem Unternehmen arbeitest, kannst du schriftlich um eine Verlängerung deiner Arbeitszeit bitten. Dann hast du, wenn eine Vollzeitstelle ausgeschrieben ist oder im Unternehmen die Entscheidung getroffen wurde eine solche Stelle auszuschreiben, gegenüber anderen Bewerbern ein Vorrecht auf die Stelle.

Teilzeit- und Befristungsgesetz §9

“Der Arbeitgeber hat einen teilzeitbeschäftigten Arbeitnehmer, der ihm in Textform den Wunsch nach einer Verlängerung seiner vertraglich vereinbarten Arbeitszeit angezeigt hat, bei der Besetzung eines Arbeitsplatzes bevorzugt zu berücksichtigen,(...)”

Allerdings gilt das mit gewissen Einschränkungen. So muss die Vollzeitstelle deiner bisherigen Teilzeitstelle entsprechen. Was nicht geht, ist Ansprüche auf eine Vollzeitstelle zu melden, die wenig bis gar nichts mit deiner bisherigen Tätigkeit zu tun hat. Eine weitere Einschränkung ist außerdem, dass das Unternehmen die Stelle mit jemandem von außerhalb besetzen kann, wenn der oder diejenige mehr Erfahrung mitbringt und in der Hinsicht besser für die Stelle geeignet ist. Andere Teilzeitkräfte aus deinem Unternehmen mit dem gleichen Ziel, können dir deinen Vorteil ebenso streitig machen. Außerdem gilt: Wenn deinem Wechsel “dringende betriebliche Gründe entgegenstehen”, hat das Unternehmen die Möglichkeit, an anderer Stelle weiter zu suchen.

Teilzeit- und Befristungsgesetz §9a

Die Brückenteilzeit ist eine Erweiterung des Rückkehrrechts und gilt seit dem 1.1.2019. Hier legst du schon bei deinem Antrag auf Teilzeit einen festen Zeitrahmen fest – mindestens 1 Jahr und maximal 5 Jahre – in dem du in Teilzeit arbeiten willst und nach welchem du wieder in die Vollzeit zurückkehren willst. Mehr Infos dazu wie du Gebrauch von diesem Recht auf befristete Teilzeit machst, sind im Beitrag zur Teilzeit gesammelt.

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