Boomerang-Mitarbeiter – Erneute Bewerbung beim alten Arbeitsplatz

Es passiert gar nicht so selten, dass ehemalige Mitarbeiter:innen in ihre früheren Firmen zurückkehren, auch wenn damit nicht zwangsläufig eine bessere Position oder mehr Gehalt verbunden ist. Denn bei sogenannten Boomerang-Bewerbungen geht es oft eher um Sicherheit und bekannte Strukturen. Wenn auch du eine erneute Bewerbung bei deiner alten Arbeitsstelle anstrebst, haben wir hier ein paar Tipps für dich.

Entspanntes Vorstellungsgespräch
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In aller Kürze

  • Die vertrauten Strukturen im alten Unternehmen erleichtern den Wiedereinstieg.
  • Es ist wichtig, dass du dich von der alten Stelle im Guten getrennt hast!
  • Auch deine Arbeitgeber:innen profitieren von deiner Rückkehr.
  • Im Bewerbungsschreiben solltest du auf deine frühere Tätigkeit in der Firma eingehen.
  • Stelle im Gespräch die Vorteile heraus, die durch deine frühere Zugehörigkeit mitbringst.
  • Mache deutlich, dass du in der Zwischenzeit Fähigkeiten hinzu gewonnen hast.

Das “Warum” entscheidet

Welche Gründe dich zur Rückkehr zum alten Arbeitsplatz bewegen, hängt ganz und gar von dir persönlich ab. Willst du deine Karriere vorantreiben, ist es auf jeden Fall sinnvoll, dich auf eine geeignete Stelle bei deiner alten Firma zu bewerben und diese nicht von Vornherein auszuschließen. Als ehemalige:r Mitarbeiter:in freust du dich auf die alten Kolleg:innen und vertrauten Strukturen. Du bist schon gespannt darauf, was sich in deiner alten Firma so alles getan hat. Wenn die Ausschreibung dir dann noch bessere Bedingungen in Aussicht stellt (wie z.B. höheres Gehalt, eine bessere Position, mehr Verantwortung etc.), sollte das eine zusätzliche Motivation für dich sein.

Voraussetzung ist dabei allerdings, dass du dich vom Unternehmen im Guten getrennt hast und du darüber hinaus auch ein gutes Gefühl hast, zum alten Arbeitsplatz zurück zu kehren. Habt ihr euch aber im Schlechten voneinander getrennt oder sind die negativen Gründe für dein Ausscheiden immer noch vorhanden, solltest du von einer Bewerbung lieber Abstand nehmen. Dann solltest du dich auch weiterhin nicht bewerben, nur weil du nichts anderes findest.

Die besten Voraussetzungen für eine Wiedereinstellung

  1. Du hast deine alte Arbeitsstelle sehr positiv in Erinnerung.
  2. Du und die Firma haben sich damals im Guten voneinander getrennt.
  3. Du hast damals selbst gekündigt und bist nicht gekündigt worden. Das gibt dir bessere Chancen bei deiner Bewerbung.
  4. Wurdest du betriebsbedingt gekündigt, steht das einer erneuten Bewerbung auch nicht entgegen. Nur nach einer verhaltensbedingten Kündigung hast du mit deiner Bewerbung vermutlich kein Glück.

Die Rückkehr muss sich für alle lohnen

Die Vorteile einer erneuten Einstellung in deiner alten Firma liegen auf der Hand. Zum Beispiel bist du schon mit den Prozessen und Mitarbeitern vertraut. Aber auch für das Unternehmen gibt es gute Gründe, deine Bumerang-Bewerbung positiv zu bewerten.

Vorteile für dich Vorteile für das Unternehmen
Du kennst dich schon bestens mit der Unternehmensstruktur und den Abteilungen aus.
Dein:e Arbeitgeber:innen haben schon Erfahrungen mit dir und wissen genau worauf sie sich einlassen.
Eventuell kennst du noch einige der Kolleg:innen oder auch deine Vorgesetzten von früher und weißt, worauf du dich
Du kannst schneller eingearbeitet werden als ein vollkommen neuer Mitarbeiter.
Du bist fachlich immer noch gut im Thema, da du früher schon in diesem Bereich gearbeitet hast.
Du weißt, worauf sich die Unternehmensstruktur bezieht und worauf besonderen Wert gelegt wird.
Manchmal verzichten einige Firmen auf die Probezeit, wenn du früher schon für sie gearbeitet hast.
Durch deine Erfahrungen bei anderen Firmen bringst du frischen Wind und neue Expertise mit ins alte Unternehmen.

Diese Vorteile sowohl für dich als auch für das Unternehmen sind sehr wichtig, um dir einen guten Stand im Bewerbungsgespräch zu verschaffen. Du bietest aufgrund deiner früheren Erfahrung im Unternehmen und aufgrund der Erfahrungen, die du darüber hinaus gemacht hast, einen echten Mehrwert.

Drei Personen unterhalten sich angeregt
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Die erste zweite Begegnung mit der alten Firma

Das Bewerbungsschreiben

Es ist von Vorteil, im Bewerbungsanschreiben direkt Bezug darauf zu nehmen, dass du in der Vergangenheit schon für die Firma tätig warst. Das allein erhöht deine Chancen auf eine Einladung schon sehr. Gehe genau darauf ein, in welchem Zeitraum du in welcher Position tätig warst, mit wem du zusammengearbeitet hast, wer deine Vorgesetzten waren und welche Ziele du damals erreicht hast.

Erkläre in deinem Anschreiben, warum du jetzt wieder zu deiner alten Firma zurück möchtest. Gründe dafür können z.B. eine offene und gleichberechtigte Gesprächskultur, Weiterbildungschancen oder professionelle Entscheidungsfindung im Unternehmen sein. Wenn du zwischenzeitlich in anderen Firmen gearbeitet hast, welche Merkmal deines alten Unternehmens haben dir dort gefehlt?

Du verfasst deine Bewerbung nicht aufgrund einer Stellenausschreibung, sondern aus eigener Initiative? Dann gilt auch für erneute Bewerbungen beim alten Arbeitsplatz: Deine Chancen stehen besser, wenn du die richtigen Fachvorgesetzten oder gleich die Entscheidungsträger:innen aus der Geschäftsführung direkt anschreibst.

Das Bewerbungsgespräch

Im Vorstellungsgespräch geht es dann darum, sachlich und positiv zu argumentieren. Sprich offen an, warum dir die Rückkehr in die Firma die besten Chance bietet. Möglicherweise hast du ja in einem anderen Unternehmen festgestellt, wie sehr deine alte Stelle zu dir gepasst hat und dass du sie gerne wiederhaben möchtest. Vielleicht gibt es jetzt in deinem alten Unternehmen bessere Karrierechancen für dich, weil inzwischen andere Positionen frei geworden sind. Dein Hauptargument sollte aber der Mehrwert sein, den du deinen neuen alten Arbeitgeber:innen dadurch einbringst, dass du schon bei ihnen tätig warst und im besten Fall auch neue Kenntnisse mitbringst.

Auch wenn du und deine ehemaligen Arbeitgeber:innen euch im Guten getrennt haben, werden beim Vorstellungsgespräch wahrscheinlich Fragen aufkommen, die deinen Weggang und eventuellen Wiedereinstieg ansprechen. Es ist wichtig, dass du dich mit diesen Themen auseinandersetzt und gute Antworten parat hast:

  1. Warum möchtest du wieder in deiner alten Firma arbeiten?
  2. Was war der Grund für deine damalige Kündigung?
  3. Wie stellst du dir deine Zukunft im alten Unternehmen vor?
  4. Denkst du, dass sich das Unternehmen in der Zeit deiner Abwesenheit verändert hat?

Den richtigen Zeitpunkt erwischen: 2 bis 5 Jahre

Ein Vorstellungsgespräch
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Wie lange warst du raus aus dem alten Unternehmen? Wenn du weniger als 2 Jahre weg warst, entsteht vielleicht der Eindruck, dass du in der kurzen Zeit nicht wirklich viele neue und tiefgehende Erfahrungen sammeln konntest. Ist dein Ausscheiden aus der alten Firma hingegen schon mehr als 5 Jahre her, erinnert sich deine ehemaligen Arbeitgeber:innen vielleicht kaum noch an dich. Oder es hat sich mittlerweile zu viel verändert, so dass dein Kompetenzen von früher nicht mehr richtig passen.

  • Der ideale Zeitraum für eine Rückkehr in die alte Firma ist in der Regel zwischen 2 und 5 Jahren.
Freudiges Händeschütteln nach Vorstellungsgespräch
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Tipps für dein Bewerbungsgespräch im alten Unternehmen

  • Auf keinen Fall darfst du eine:n oder mehrere Arbeitskolleg:innen als Grund für die damalige Kündigung nennen. Immerhin willst du ja wieder dort arbeiten.
  • Schwärme nicht zu sehr von deinem letzten Unternehmen.
  • Konzentriere dich auf die Erfahrungen, die du in der Zeit deiner Abwesenheit sammeln konntest.
  • Stelle dabei vor allem die Verbesserung deiner Fertigkeiten in den Vordergrund.
  • Versuche, möglichst klar zu formulieren, wie du dir deine Rückkehr vorstellst.
  • Dazu gehören auch Gehaltsvorstellungen und ob du einen Positionswechsel anstrebst.
  • Je konkreter deine Angaben sind, desto besser. Eine schwammige Argumentation führt eher dazu, dass deine Motivation hinterfragt wird.

Boomerang-Hiring, Job-Hopping – mittlerweile ist die Rückkehr zur alten Arbeitsstelle fast schon zum Trend geworden und kann durchaus eine kluge Entscheidung sein. Falls du über einen solchen Schritt nachdenkst, kann es sein, dass dich in deinem Freundes- und Bekanntenkreis negative Reaktionen oder Vorurteile erwarten. Lass dich davon aber nicht abhalten. Die Chancen, dass du beim zweiten Anlauf in deiner alten Firma einen Schritt auf der Karriereleiter machen kannst, stehen gut. Kluge Personalchefs und Chefinnen schätzen Bewerber:innen, die schon Erfahrung mitbringen und mutig genug sind, sich erneut zu bewerben.


Zu diesem Artikel haben wir ergänzend ein Video für dich. Schaue dir hier das kurze Video zum Thema "Erfolgreich einen Job finden" an. So bist du bestens vorbereitet!

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Häufige Fragen

Wenn du dich für unterschiedliche Positionen qualifizierst, kannst du dich auch gleichzeitig für diese bewerben. Du solltest jedoch für jeden für dich interessanten Job eine eigene Bewerbung mit individuellem Bewerbungsanschreiben abschicken, deine Motivation begründen und deine Qualifikation angeben. Nutze einen Absatz in deinem Anschreiben, um transparent darzulegen, dass du dich auf verschiedene Positionen bewirbst.
Checke gründlich, ob in der Stellenausschreibung ein Ansprechpartner genannt ist. In diesem Fall sollten sich deine E-Mail, dein Anschreiben und etwaige Nachfragen zur Stellenausschreibung auch an diesen richten. Achte unbedingt darauf, dass der Name des Ansprechpartners korrekt geschrieben ist.
Es ist nicht ungewöhnlich, 3 bis 6 Wochen auf die Rückmeldung von einem Unternehmen warten zu müssen. Erhältst du jedoch gar keine Reaktion, frage höflich nach. Am besten telefonisch.
Auf jeden Fall. Wenn du ein Unternehmen interessant findest, derzeit aber keine für dich passenden Jobs ausgeschrieben sind, kannst du dich auch initiativ bewerben. Mit einer gut begründeten Bewerbung, in welcher du darlegst, warum du für das Unternehmen ein Gewinn bist, hast du die Chance auf einen erfolgreichen Bewerbungsprozess. Außerdem werden nicht alle Stellen öffentlich ausgeschrieben. Mit einer initiativen Bewerbung hast du die Möglichkeit, trotzdem bei der Besetzung berücksichtigt zu werden

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