Seriöse Heimarbeit: Zuhause Geld verdienen

Du wohnst im Ausland, hast Kinder oder bist gesundheitlich beeinträchtigt? In diesen Fällen ist Heimarbeit beliebt. Du kannst deinen eigenen Arbeitsplatz wählen, dir selbst die Arbeit einteilen und bist flexibel. Besonders durch das Internet gibt es immer mehr Möglichkeiten für Heimarbeit. Dazu brauchst du nur einen Laptop. Doch viele Angebote sind zu schön um wahr zu sein und entsprechend unseriös. Wie du diese Betrugsmaschen erkennst und welche seriösen Heimarbeiten es stattdessen gibt, erfährst du hier.

Illustration Heimarbeit

Was ist Heimarbeit eigentlich?

Es sind Auftrags- oder Einzelarbeiten für andere, die selbstständig und flexibel erledigt werden können. Die Aufträge erhältst du per E-Mail, Telefon oder auf Plattformen und werden so auch bearbeitet. Eine Form von Heimarbeit ist das sogenannte Crowdworking – erfahre hier mehr. In der Regel brauchst du einen Computer oder ein Smartphone mit Internetzugang. In Heimarbeit stehst du entweder in einem Angestelltenverhältnis oder arbeitest als Selbstständiger. Da Heimarbeit nicht in einer Firma stattfindet, ist der Arbeitsplatz schwer einsehbar. Um den Arbeitnehmer zu schützen, fällt dieses Arbeitsmodell unter das Heimarbeitsgesetz (HAG).

Das Heimarbeitsgesetz (HAG)

Das HAG wurde 1951 ausgefertigt und bezieht sich auf das Arbeitsmodell der Heimarbeit. Dort sind Heimarbeiter folgendermaßen beschrieben (§ 2):

“Heimarbeiter im Sinne des Gesetzes ist, wer in selbstgewählter Arbeitsstätte [...] alleine oder mit seinen Familienangehörigen [...] im Auftrag von Gewerbetreibenden oder Zwischenmeistern erwerbsmäßig arbeitet, jedoch die Verwertung der Arbeitsergebnisse dem unmittelbar oder mittelbar auftraggebenden Gewerbetreibenden überläßt.”

  • Arbeit in eigener Wohnung

  • Einzelaufträge werden bearbeitet

  • Übergabe der Arbeit an den Auftraggebenden

Heimarbeiter sind keine regulären Arbeitnehmerinnen, die zum Beispiel in Voll- oder Teilzeit fest beim Arbeitgeber angestellt sind. Man nennt sie arbeitnehmerähnliche Personen.

Frau schreibt auf einer Tastatur
© Natee Meepian/AdobeStock

Heimarbeit, Homeoffice, Telearbeit – Wo ist der Unterschied?

Heimarbeit wird schnell mit Homeoffice oder Telearbeit verwechselt. Denn alle drei Arbeitsmodelle werden nicht ausschließlich im Gebäude eines Unternehmens verrichtet. Es gibt allerdings klare Unterschiede.

Homeoffice

  • Der Arbeitnehmer ist bei einem Arbeitgeber fest angestellt.
  • Die Arbeit findet in einem selbst eingerichteten Büro in der eigenen Wohnung statt.
  • Die Arbeitgeberin stellt notwendige Mittel zur Verfügung, um von zuhause aus zu arbeiten (z.B. einen Firmenlaptop).

  • Bisher gibt es kein offizielles Recht auf Homeoffice.

Telearbeit

  • Telearbeit wird zum Beispiel am Telefon oder übers Internet von zuhause oder unterwegs ausgeführt.
  • Unterschieden wird zwischen:
    • Alternierende Telearbeit: Der Arbeitnehmer wechselt zwischen Arbeiten im Büro und von Zuhause.
    • Teleheimarbeit: Die Arbeitnehmerin arbeitet nur von zuhause aus.
    • Mobile Telearbeit: Der Arbeitnehmer arbeitet nur von unterwegs, wie zum Beispiel Außendienstler.

Heimarbeit: Ein unseriöses Arbeitsmodell?

Kugelschreiber zusammenbauen, Tüten verpacken oder Briefmarken sortieren – das klingt nach einfacher Heimarbeit, mit der man sich nebenbei was dazu verdienen kann. Bei Angeboten wie diesen ist jedoch Vorsicht geboten, dahinter stecken oft Betrugsmaschen. Um solche unseriösen Heimarbeiten zu erkennen, gibt es Warnzeichen, auf die du achten solltest:

  • Vorkasse: Oft sollen Arbeitnehmerinnen vor Beginn der Tätigkeit ein kostenpflichtiges Starterset abkaufen und gehen damit in Vorkasse. Nach Erwerb des Materials hören Arbeitnehmer dann nie wieder von dem vermeintlichen Arbeitgeber. Zusätzlich stehen die Kosten in einem unfairen Verhältnis zu dem versprochenen Verdienst.

  • Wirtschaftlichkeit: Die meisten Produkte werden maschinell angefertigt. Angebote wie Kugelschreiber zusammenbauen oder Tüten befüllen lohnen sich also aus rein logistischen Gründen für die Firma nicht. Bei diesen Betrugsmaschen verdienen die Betrügerinnen daran, dass du Materialkosten im Voraus zahlst.

  • Webseite prüfen: Überprüfe die Webseite des Arbeitgebers und dessen Impressum. Findest du keine oder eine lückenhafte Internetseite und kein Impressum, ist das ein Zeichen für Unseriosität. Um wirklich sicher zu sein, teste eine angegebene Nummer.

  • Legalität: Mit Heimarbeiten wie CDs kopieren oder brennen kannst du dich strafbar machen. In dem Fall werden Arbeitnehmerinnen gelockt, um auch hier Material zu kaufen. Achte also immer darauf, ob das Angebot legal ist und keine zusätzlichen Kosten auf dich zukommen.

  • Bewerbungsverfahren: Sollst du für eine Bewerbung auf Heimarbeit verschiedene Ausweisdokumente schicken oder eine bestimmte Nummer anrufen? Hierbei kann es sich um eine kostenpflichtige Hotline handeln, durch die du Geld verlierst. Außerdem solltest du deine Ausweisdokumente nicht zusammen mit einem Video-Ident-Verfahren verschicken, in dem du die Dokumente in der Kamera zeigst. Damit werden betrügerische Konten eröffnet.

  • Arbeitsverträge: Hast du ein Angebot auf Heimarbeit gefunden, lies dir alle Verträge ganz genau durch. Oft sind im Kleingedruckten Fallen eingebaut, durch die du dich verpflichtest, Materialkosten zu bezahlen.

Was tun, wenn man auf unseriöse Anbieter reingefallen ist?

Die Warnzeichen vor unseriösen Angeboten sollten dir helfen, solche zu erkennen und Abzocken vorzubeugen. Trotzdem kann man auf Betrugsmaschen reinfallen. In diesem Fall hast du wenig Chancen. Denn oft werden Verträge unterschrieben, wo die Fallen im Kleingedruckten stehen. Das lesen viele Arbeitnehmer nicht. Häufig sitzen Unternehmen im Ausland oder sind Briefkastenfirmen und daher strafrechtlich nur schwer verfolgbar. Du kannst eine Strafanzeige bei der Polizei schalten. Dadurch wird auf die Betrüger aufmerksam gemacht und der Betrug kann in Zukunft verhindert werden. Viele Arbeitnehmerinnen sind aber nicht gewillt einen teuren Prozess zu riskieren, in dem es um eine kleinere Summe geht.

Mann gestresst zuhause am Schreibtisch
© Rawpixel.com/AdobeStock

Seriöse Heimarbeit – So geht es richtig

Lass dich nicht von den Betrugsmaschen abschrecken. Es gibt viele Angebote, die seriös sind. Achte einfach auf die Warnzeichen. Ein seriöses Angebot eignet sich auch als Nebenjob und verlangt vom Arbeitnehmer nicht, etwas vom Auftraggeber abzukaufen. Denn für die Aufträge brauchst du meistens nur Technik, wie einen Computer und Internet oder ein Telefon.

Eine Möglichkeit der Heimarbeit sind Online-Umfragen. Dazu registrierst du dich kostenlos auf Portalen und erhältst Einladungen zu den Umfragen. Eine Umfrage dauert zwischen 5 und 15 Minuten und bringt dir bis zu 15 € oder mehr. Der große Vorteil dabei ist die Flexibilität: Du kannst die Umfragen jederzeit ausfüllen und bist zeitlich nicht eingespannt. Die Ergebnisse der Online-Umfragen werden von Marktforschungsinstituten, Beratungsfirmen und Unternehmen verwendet. Melde dich am besten auf so vielen Portalen wie möglich an. So bekommst du mehr Einladungen. Achtung: Die Registrierung sollte immer kostenlos sein.
Auch bei diesem Angebot musst du dich online auf Portalen anmelden. Dort wählst du zwischen den angezeigten Produkten und testest sie. Die Auswahl reicht von Drogerieartikeln, über Kosmetik, Lebensmittel, Haushaltswaren bis zu Technik-Produkten. Hast du das Produkt getestet, gibst du dein Feedback als potenzieller Kunde. Häufig kannst du die Produkte anschließend sogar behalten.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um in Heimarbeit mit und an Texten zu arbeiten. Du kannst Texte für Webseiten oder Flyer schreiben oder bereits verfasste Texte korrigieren und lektorieren. Liegt dir das Schreiben von Texten nicht so, kannst du stattdessen transkribieren. Dafür musst du den Text von Audio- oder Videoaufzeichnungen Wort für Wort abschreiben. Beherrschst du eine Fremdsprache oder hast eine Ausbildung als Übersetzerin abgeschlossen hast, kannst du als solche arbeiten. Texte oder Bücher, müssen dann in eine bestimmte Sprache übersetzt werden. Für alle drei Tätigkeiten ist wichtig, Rechtschreibung, Grammatik und Ausdruck perfekt zu beherrschen. Meistens erfolgt die Bezahlung auf Wortpreis-Basis. Um genügend Angebote zu erhalten, kannst du dich zu Beginn auf Börsen anmelden, solltest aber schnell Kunden anwerben.
Für Unternehmen ist es wichtig, dass ihre Webseiten, Apps oder ihre Software benutzerfreundlich sind. Nur so können Kunden bei einer Nutzung zufrieden sein. Bei den sogenannten Usability-Tests schlüpfst du in die Rolle eines potenziellen Kunden und überprüfst diese digitalen Inhalte auf Schnelligkeit, Optik, Benutzerfreundlichkeit und Fehler. So hilfst du Unternehmen dabei, ihre Produkte zu verbessern. Voraussetzung für diese Tätigkeit ist Interesse am Thema und eine genaue Arbeitsweise.
Du bist ein Organisationstalent und möchtest eine flexible Tätigkeit in Heimarbeit? Dann ist ein Job als virtuelle Assistenz genau richtig für dich. Du übernimmst Aufgaben anderer Personen, vereinbarst Termine und pflegst Daten. Das kannst du alles von zuhause aus machen. Du solltest dich dazu allerdings am Telefon wohlfühlen und dich am Computer auskennen. Manche Unternehmen wünschen sich sogar eine abgeschlossene Ausbildung des Arbeitnehmers, das ist jedoch nicht immer der Fall.
Eine sehr gefragte Heimarbeit ist die Tätigkeit der Datenerfassung. Dabei müssen zum Beispiel Produktdaten aus Bilddateien oder Untersuchungsergebnisse manuell erfasst werden. Datenbestände werden also gepflegt. Bei dieser Arbeit ist eine hohe Konzentration wichtig, um die Daten richtig zu erfassen. Je schneller und produktiver du arbeitest, desto mehr verdienst du. Die Bezahlung erfolgt nämlich pro geprüften Datensatz.
Eine Frau arbeitet zuhause am Schreibtisch
© Jacob Lund/AdobeStock

Fazit

Bist du an Heimarbeit interessiert, ist es wichtig, auf verschiedene Warnzeichen zu achten. Erkundige dich lieber zu viel über ein Unternehmen, um zu prüfen, ob es seriös ist. Lies dir Aufträge und Verträge immer ganz genau durch, um keine eingebauten Fallen zu übersehen. Ein großes rotes Tuch: Alle Angebote, bei denen du vorab Materialkosten bezahlen und in Vorkasse gehen musst. Wenn du dich allerdings gut erkundigst, kannst du das Arbeitsmodell Heimarbeit erfolgreich für dich gestalten. Finde mit etwas Aufwand seriöse Angebote und arbeite nebenbei ganz flexibel von zuhause aus. Das lohnt sich vor allem, wenn du gerne selbstständig arbeitest, Kinder hast oder nicht pendeln möchtest.



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