Nebenjob – Schüler, Azubis, Studenten und Berufstätige

Viele Menschen entscheiden sich für einen Nebenjob, um ihre Finanzen aufzubessern und berufliche Erfahrungen in gleich mehreren Bereichen zu sammeln. Auch ein neues soziales Umfeld kann ein Beweggrund sein. Erfahre hier, welche Regelungen Schüler, Studierende, Azubis und Berufstätige dabei nicht aus den Augen verlieren dürfen.

Mann geht Gassi mit Hund

Grundsätzliches zum Nebenjob

Unter den Begriff Nebenjob fällt eine Zahl an Beschäftigungsformen. Minijobs, Midijobs und Werkstudenten-Jobs zählen zum Beispiel dazu.

Grundsätzlich gilt jede bezahlte Tätigkeit als Nebenjob, die du neben deinem Hauptberuf erledigst. Als Hauptberuf gilt neben der klassischen Vollzeitstelle auch die Ausbildung oder ein Studium. Wie in jedem anderen Beschäftigungsverhältnis auch ist es notwendig, einen Arbeitsvertrag zu unterzeichnen und ab einer bestimmten Verdienstgrenze Steuern zu zahlen. In der Regel ist dein Einkommen durch den Nebenjob kleiner und du arbeitest für ein Unternehmen, das nicht in direkter Konkurrenz mit deinem Hauptarbeitgeber, zum Beispiel dem Ausbildungsbetrieb, steht.

Wenn du parallel mehrere Jobs annimmst, ist es Pflicht, zwischen den Arbeitszeiten mindestens 11 Stunden Ruhezeit einzuhalten. Es ist also nicht möglich, den ganzen Tag über im Büro zu jobben und nachts Taxi zu fahren! Erwachsene dürfen insgesamt 10 Stunden täglich an 6 Tagen pro Woche arbeiten, Minderjährige 8 Stunden an 5 Tagen. Dabei ist es ganz egal, ob deine Wochenstunden durch einen oder mehrere Jobs zusammenkommen; das Höchstmaß solltest du nicht überschreiten. Die gesetzlichen Regelungen für einen Nebenjob hängen vor allem von deinem aktuellen Status und Alter ab. Nachfolgend findest du hilfreiche Infos über alle Beschäftigungsmodelle, die wir als Nebenjob bezeichnen.

Verkäufer und Kunden in der Bäckerei
© andresr/iStock

Die unterschiedlichen Beschäftigungsmodelle

Schüler sind die Berufsgruppe, die hier in Deutschland an die strengsten Regeln und ans Jugendschutzgesetz gebunden ist. Bis auf wenige Ausnahmen – ein Beispiel ist Zeitungsaustragen oder Babysitting mit Erlaubnis der Eltern – ist es Kindern unter 15 Jahren erst einmal verboten, für Geld zu jobben.

Wenn du zwischen 15 und 17 Jahren alt bist giltst du allerdings als jugendlich und bist in deinen Jobmöglichkeiten weniger beschränkt. Grundsätzlich darfst du ab sofort 40 Wochenstunden und 8 Stunden täglich arbeiten; allerdings sieht das Ganze anders aus, wenn du noch schulpflichtig bist.

In diesem Fall bedeutet das, dass du nur außerhalb der Schulzeit, also in der Ferien oder nach der Schule, höchstens 8 Stunden täglich und nur 4 Wochen am Stück arbeiten darfst. Und das zwischen 6 und 20 Uhr. Eine Ausnahme bleibt die Gastronomie, in der du an Wochenenden auch bis 22 Uhr jobben darfst, sofern du schon 16 Jahre alt bist. Besonders geeignet für Schüler ist ein herkömmlicher Minijob.
Wenn Berufstätige sich für einen weiteren Nebenjob entscheiden, gilt dieser als Zweitjob. Grundsätzlich ist jeder erwachsene Mensch dazu berechtigt, so viele Jobs auszuüben, wie er mag. Schließlich entscheidest nur du, wie du deine Freizeit verbringst. Achte trotzdem darauf, dass du die Ruhezeiten zwischen zwei Schichten von mindestens 11 Stunden einhältst und als Erwachsener nicht mehr als 10 Stunden am Tag auf der Arbeit verbringst. Zudem gibt es dabei steuerliche Aspekte und Absprachen mit der Hauptarbeitgeberin zu beachten!

Zunächst einmal existiert auch für den Zweitjob keine Einkommensgrenze. Komplett frei in der Jobwahl bist du als Arbeitnehmerin aber trotzdem nicht. Denn die meisten Arbeitgeber verlangen, dass du sie über jeden weiteren Job informierst, was meist durch eine Klausel im Arbeitsvertrag geregelt ist.

Eine Arbeitgeberin hat – sofern du bei einem Unternehmen in derselben Branche oder gar einem direkten Konkurrenten arbeitest – das Recht, dich deswegen zu verwarnen oder im schlimmsten Fall zu entlassen. Andere Jobs, die inhaltlich nichts mit deinem Hauptberuf am Hut haben, darfst du nach Lust und Laune ausführen, sofern nichts Gegenteiliges im Arbeitsvertrag aufgeführt ist. Studiere diesen also gründlich, bevor du dir einen Zweitjob suchst! Wenn du keine Klausel findest, die gegen deinen Nebenjob spricht, hat dein Chef keinen rechtmäßigen Grund, um dir mit der Kündigung zu drohen.

Beachte in Sachen Zweitjob außerdem die folgenden Bestimmungen:

  • Dein Zweitjob sollte dich nicht so sehr anstrengen, dass du nicht dazu in der Lage bist, deinen Hauptjob konzentriert zu erledigen.
  • Wenn du nebenbei einen Minijob ausführst, also nicht mehr als 450 € pro Monat verdienst, bleibt er standardmäßig steuerfrei.
  • Jeder Verdienst darüber hinaus ist steuerpflichtig, der Nebenjob sollte beim Finanzamt angemeldet werden.
Wenn in deinem Ausbildungsvertrag nichts dagegen spricht, ist es auch während einer Ausbildung okay, einen Nebenjob auszuüben. Hierbei solltest du das Wettbewerbsgesetz beachten: der zweite Job darf weder bei der Konkurrenz stattfinden, noch dich körperlich oder geistig zu stark beeinträchtigen. Hauptsächlich solltest du dich voll und ganz auf deine Ausbildung konzentrieren können. Außerdem darfst du nicht heimlich im Zweitjob arbeiten, während du im Ausbildungsbetrieb Urlaub hast; eine generelle Regelung, die das Bundesurlaubsgesetz vorsieht.

Natürlich kommt die Frage auf, wie viel du neben der Ausbildung jobben darfst. Behalte immer im Hinterkopf, dass es auch für Azubis ein Höchstmaß an wöchentlichen Arbeitsstunden gibt. Das sind genau

  • 40 Wochenstunden an 5 Wochentagen für Minderjährige
  • und 48 Wochenstunden an 6 Wochentagen für Erwachsene.

Wenn du bereits 8 Stunden täglich in deinem Ausbildungsbetrieb arbeitest, darfst du höchstens 8 Stunden pro Woche in deinen Nebenjob investieren. Überlege also gut, ob eine weitere Beschäftigung sich wirklich lohnt! In der Regel entscheiden sich viele Azubis für einen 450-Euro-Job. In einer Bar oder einem Restaurant ist es nämlich möglich, auch an Wochenenden zu arbeiten. An dieser Stelle musst du abwägen, was dir wichtiger ist: Erholung oder extra Taschengeld?
In einem sogenannten Werkstudentenjob genießt du zahlreiche Vorteile. Während du bis zu 20 Stunden pro Woche neben dem Studium arbeiten darfst, kannst du deutlich mehr als ein Minijobber verdienen und hast trotz deines Teilzeit- oder Midijobs kaum steuerliche Abgaben. Die Grundvoraussetzung bleibt jedoch, dass du dich hauptberuflich deinem Studium widmest und genügend Zeit in dieses investierst. Bestenfalls findest du also einen Job in der Branche, die zu deinem Studienfach und Berufswunsch passt.

Als Nachweis über deinen Studentenstatus reicht eine aktuelle Studienbescheinigung, die du jedes Semester aufs Neue bei deinem Arbeitgeber abgibst. Außerdem sieht der Gesetzgeber folgende Kriterien vor:

  • Du musst an einer Hochschule eingeschrieben sein.
  • Du darfst dich nicht über dem 25. Fachsemester befinden.
  • In der vorlesungsfreien Zeit darfst du für höchstens 2 Monate Vollzeit jobben.
  • Während der Vorlesungszeit bleiben es maximal 20 Stunden pro Woche.
  • Du zahlst am Ende des Monats nur einen kleinen Betrag von etwa 9 % in die Rentenkasse ein; den gleichen Anteil zahlt deine Arbeitgeberin.
  • Du bleibst befreit von Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung über den Arbeitgeber.
  • Vorsicht! Wenn du Bafög erhältst und monatlich über 400€ verdienst, wird dein Bafög-Satz gekürzt.
Gespräch zwischen Vorgesetzter und Mitarbeiterin im Cafe
© andresr/iStock

Info für den Arbeitgeber

Wenn eine Arbeitnehmerin Ihres Unternehmens gegen das sogenannte Wettbewerbsgesetz verstößt, sprich eine Tätigkeit bei einem Konkurrenten ausübt, kann unter Umständen eine Kündigung rechtmäßig sein. Diese Regelung trifft ebenfalls auf die Urlaubszeit oder den Krankheitsfall eines Mitarbeiters zu; auch hier ist eine Tätigkeit nicht angemessen, die dem Urlaubszweck widerspricht.

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