Definition: Was ist ein Minijob?

Möchtest du dir ein paar Stunden pro Woche etwas dazuverdienen? Ein Minijob ist ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis, bei dem du monatlich höchstens 450€ Gehalt bekommst. Das zur Zeit schnell verbreitende Coronavirus wirft einige arbeitsrechtliche Fragen auf. Auch für Minijobber und deren Arbeitgeber gibt es einige Änderungen. In diesem Artikel zeigen wir dir, worauf du achten musst.

Ein Koch in der Küche
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Was bedeutet das Coronavirus für Minijobs?

Aufgrund des Coronavirus gibt es einige unvorhergesehene Auswirkungen für Arbeitskräfte und Unternehmen – auch im Bereich der Minijobs. Die wichtigsten Fakten erfährst du hier.

Für Arbeitnehmer

  • Minijobber haben das Recht auf Entgeltfortzahlung und müssen bis zu 6 Wochen weiter entlohnt werden.
  • Wenn die angestellte Person ihre Verdienstgrenze übersteigt, bleibt die Stelle weiterhin ein Minijob. Das ist der Fall, wenn die Verdienstgrenze innerhalb eines Jahres "gelegentlich" (nicht mehr als 3 Monate) und "nicht vorhersehbar" überschritten wird.
  • Minijobber erhalten kein Kurzarbeitergeld, weil sie arbeitslosenversicherungsfrei sind.

Für Arbeitgeber

  • Bei Quarantäne-Maßnahmen greift das Infektionsschutzgesetz (IfSG). Die Kosten der Lohnfortzahlung können von der jeweiligen Gesundheitsbehörde erstattet werden.
  • Betriebe können bei Arbeitsausfällen wegen des Coronavirus in Kurzarbeit gehen.
  • Auch bei einer Betriebsschließung haben Minijobber Entgeltanspruch.
  • Bis jetzt ist nicht gesetzlich geregelt, wie Arbeitgebende unterstützt werden, um diese Kosten zu decken.

Arbeitnehmer sind von den meisten Versicherungen befreit

Minijobs sind weitestgehend sozialversicherungsfrei. Das heißt, dass du keine Beiträge zur Kranken-, Arbeitslosen oder Sozialversicherung zahlen musst.

Ausnahme: Rentenversicherung

Hier bist du über den Minijob pflichtversichert. Allerdings hast du auch hier die Möglichkeit, dich von dieser Versicherungspflicht befreien zu lassen.

Arbeitszeiten und Mindestlohn

Der gesetzliche Mindestlohn gilt auch für Minijobs. Daher hängt die Anzahl der Stunden, die du maximal arbeiten darfst, vom Stundenlohn ab. Wer beispielsweise 9,19 € verdient, darf ungefähr 48 Stunden monatlich arbeiten, um die 450 € nicht zu überschreiten.

Wichtig: Die Arbeitszeit muss unter 10 Stunden an einem Tag liegen.

Urlaubsanspruch im Minijob

Die Anzahl der bezahlten Urlaubstage ist davon abhängig, wie viele Tage du in der Woche arbeitest.

Person steht mit Rucksack in der Natur vor einem See
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Die Formel zur Berechnung dazu lautet:

(Arbeitstage pro Woche) geteilt durch 6 mal 24 = Urlaubstage

Beispiel:
1 Arbeitstag pro Woche geteilt durch 6 mal 24 = 4 Urlaubstage

Wie viele versicherungsfreie Minijobs sind gleichzeitig erlaubt?

Hierbei kommt es ganz darauf an, welche Arten von Beschäftigungs-Verhältnissen du insgesamt hast.

1 Minijob plus 1 Hauptjob

Ein Minijob neben einem Hauptjob ist versicherungsfrei, wenn:

  • ich versicherungspflichtig beschäftigt bin, z.B. in Vollzeit
  • meine Hauptjob-Arbeitgeberin damit einverstanden ist
  • wenn ich nur einen Minijob mache

Weitere Minijobs werden mit der Hauptbeschäftigung zusammengerechnet und sind dann versicherungspflichtig, wenn du mehr als 450 € mit den Minijobs verdienst.
Beispiel: 2 oder mehr Minijobs plus 1 Hauptjob

Du hast nur Minijobs und keinen Hauptjob?

Dann bist du versicherungsfrei, wenn alle deine Einkünfte zusammen maximal die 450-Euro-Grenze erreichen. Sozialversicherungsbeiträge werden erst fällig, wenn du über 450 € im Monat verdienst. Das gilt auch für mehrere Minijobs bei verschiedenen Arbeitgebern ohne Hauptjob.

Minijob auch mit Arbeitslosengeld?

In Deutschland darf man neben dem Arbeitslosengeld auch einem Minijob nachgehen. Die Freigrenze beträgt hier
100 €. Kommst du monatlich auf mehr Einkommen, darfst du von dem mehr verdienten Geld nur 20 % behalten.

Beispiel:
Du verdienst 300 € in einem Monat.
Dann bekommst du davon 100 € Freibetrag. Von den restlichen 200 € Mehr-Verdienst erlaubt der Staat dir 20 % zu behalten. Das wären dann 40 €. Insgesamt macht das dann 140 € zusätzlich zum Arbeitslosengeld für dich.

Tipp:

Ein Minijob ist eine Chance, vielleicht eine bessere Stelle in dem Unternehmen zu bekommen. Du zeigst so, dass du bereit bist zu arbeiten und hast die Möglichkeit dich zu beweisen.

Was kostet ein Minijob den Arbeitgeber?

Arbeitgeberinnen entrichten für ihre Minijobberinnen und Minijobber Pauschalbeiträge, unter anderem für die gesetzliche Rentenversicherung und für die Krankenversicherung. Die Art der Beschäftigung und Dauer bestimmt hier die Höhe der Abgaben. Dabei unterscheidet man zwischen privaten und gewerblichen Arbeitgebern:

Zwei Geschäftsleute besprechen ein Dokument am Schreibtisch
©rawpixel-645286/unsplash

Übersicht

Gewerblich Privat
Minijob
(länger als 3 Monate oder 70 Arbeitstage)
Abgaben: max. 31,5 %
Abgaben: max. 14,69 %
Kurzfristige Minijobs
(maximal 3 Monate oder 70 Arbeitstage)
Umlagen: 0,19 %
(bei mehr als 4 Wochen Beschäftigung: 1,09 %)

individueller Beitrag an den zuständigen Unfallversicherungs-Träger
Umlagen: 0,19%
(bei mehr als 4 Wochen Beschäftigung: 1,09 %)

Beitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung: 1,6 %

Zusammenfassung

Ein Minijob ist eine gute Möglichkeit, sich Geld nebenbei zu verdienen. Dabei genießt du viele Vorteile, was Versicherungs-Abgaben betrifft. Gleichzeitig bist du mit Sonderregeln, zum Beispiel einem Unfallschutz, gut abgesichert.

Hinweis: Rechtsgrundlage für Minijobs ist das Vierte Buch Sozialgesetzbuch (SGB IV).

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