Arbeitslosigkeit im Ausnahmezustand – Was muss ich beachten?

Die Corona-Krise beeinflusst unseren Alltag und das öffentliche Leben auf verschiedensten Ebenen. Besonders davon betroffen ist die Wirtschaft. Millionen Menschen in Deutschland stehen vor der Herausforderung, das bisherige Berufsleben auf den Kopf zu stellen und sich finanziell abzusichern. Im schlimmsten Fall droht die Arbeitslosigkeit. Du bist betroffen? Informiere dich hier über finanzielle Möglichkeiten, die aktuelle Lage beim Arbeitsamt und vieles mehr.

Mann sitzt gestresst am heimischen Arbeitsplatz
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Du hast eine Kündigung erhalten? Das solltest du jetzt beachten

Zunächst solltest du beachten, dass deine Arbeitgeberin dich nicht ohne sozial gerechtfertigten Grund kündigen darf. Das Kündigungsschutzgesetz in Deutschland sieht vor, dass eine Kündigung nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist – ein wirtschaftlicher Schaden und Arbeitsausfall durch die Corona-Krise gehört nicht unbedingt dazu, weil die Situation weder durch die Unternehmen, noch durch ihre Mitarbeiter verschuldet ist. Mehr Infos zu Rechten und Pflichten in Sachen Kündigungsschutz findest du hier.

Sofern es zu einer Kündigung wegen Corona kommt, solltest du diese also nicht einfach so hinnehmen, sondern sie rechtlich prüfen lassen. Wenn sie gegen das Kündigungsschutzgesetz verstößt, kannst du eine Klage dagegen einreichen. Denke unbedingt daran, dass die Klage innerhalb von 3 Wochen nach Aussprache der Kündigung beim Arbeitsgericht eingehen muss! Das gilt auch in der aktuellen Lage. Außerdem musst du dich nach spätestens 3 Tagen bei der Arbeitsagentur als arbeitslos oder arbeitssuchend melden.


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Was passiert, wenn es keine Option auf Kurzarbeit oder Arbeitslosengeld gibt?

Wenn deine Firma keine Kurzarbeit anmelden kann und du tatsächlich arbeitslos wirst, hast du mit hoher Wahrscheinlichkeit Anspruch auf Arbeitslosengeld und kannst dieses beim Arbeitsamt beantragen. Die Höhe der monatlichen Beiträge und die Dauer der Zahlung sind davon abhängig, wie lange ein eine Arbeitnehmerin im Voraus gearbeitet und in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat. Deinen persönlichen Orientierungswert kannst du hier berechnen lassen.

Einige Berufsgruppen sind systemrelevant und haben weiterhin einen gesicherten Job. Andere müssen auf Kurzarbeit hoffen. Aufgrund der finanziellen Einbußen sind aktuell tausende Unternehmen in Deutschland darauf angewiesen und stellen einen entsprechenden Antrag beim Bund.

Kurz gefasst zahlt die Arbeitsagentur Arbeitnehmern das Kurzarbeitergeld als teilweisen Ersatz für den entfallenden Lohn in der Krisenzeit aus. So sollen Firmen finanziell entlastet werden. Ob ein Antrag genehmigt wird, hängt von bestimmten Richtlinien ab – ein Unternehmen muss konkrete Voraussetzungen erfüllen. Näheres dazu haben wir in unserem Artikel über Kurzarbeit zusammengefasst.

Generell gilt:

Du musst in den 30 Monaten vor der Arbeitslosmeldung mindestens 12 Monate lang versicherungspflichtig gearbeitet haben, um das Arbeitslosengeld zu erhalten. Zudem musst du dich sofort als arbeitslos gemeldet haben. Wenn du die Mindestanzahl an Monaten nicht vorweisen kannst, hast du noch die Möglichkeit, einen Antrag auf Hartz IV einzureichen.

Arbeitslosigkeit – So sieht die derzeitige Lage bei Arbeitsamt und Jobcentern aus

Auch Institutionen wie das Arbeitsamt und die Jobcenter in ganz Deutschland bleiben von den Auswirkungen der Corona-Krise nicht verschont. So gelten aktuell gesonderte Regelungen zu Öffnungszeiten und Terminen. Wo du nach dem Verlust deines Jobs normalerweise persönlich dort vorbeikommen musst, um dich arbeitslos zu melden, kannst du dies auch telefonisch erledigen, solange das Kontaktverbot gilt.

Die Bundesagentur für Arbeit bestätigt außerdem auf ihrer Website, dass alle Anträge auf Grundsicherung in die Briefkästen der Dienststellen geworfen werden können. Sie werden wie gewohnt bearbeitet und alle Auszahlungen weiterhin garantiert. Vor der Krise vereinbarte, persönliche Termine verfallen automatisch und ohne Rechtsfolgen, eine telefonische Absage ist nicht notwendig. Beachte, dass sofern du trotzdem eine Dienststelle telefonisch erreichen möchtest, die zentralen Rufnummern aufgrund der aktuellen Lage schwierig zu erreichen sind!

Frau steht an der Rezeption
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Corona-Krise: Was ist die Prognose für unseren Arbeitsmarkt?

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) geht davon aus, dass die Pandemie sich äußerst unterschiedlich auf die einzelnen Branchen und Wirtschaftszweige auswirken wird.

So müssen einige Unternehmen mit mehr Einbußen rechnen als Kollegen aus anderen Gewerben. Negativ betroffen sei vor allem das produzierende Gewerbe; ein großer wirtschaftlicher Zuwachs ist im Sektor der öffentlichen Dienstleistung, Erziehung und Gesundheit zu erwarten. Im schlimmsten Fall rechnet die IAB mit 1,8 Millionen Arbeitnehmern in Deutschland, die in der Corona-Krise arbeitslos werden könnten. Davon sind 1,4 Millionen Stellen Vollzeitjobs. Das Bruttoinlandprodukt läuft außerdem Gefahr, um etwa 2 Prozent zu schrumpfen.

Natürlich arbeitet die Politik mit Hochtouren daran, dass alle Menschen in Deutschland die Corona-Krise bestmöglich überstehen und finanziell abgesichert bleiben. Um dich mit Infos zu den wichtigsten Themen in der aktuellen Lage zu versorgen, haben wir einige Ratgeber zum Leben in deiner Stadt für dich verfasst. Konkrete Tipps für Familien findest du hier.



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