Jobwechsel in Krisenzeiten – Was muss ich beachten?

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Aktuell sorgt das Coronavirus Covid-19 für viele offene Fragen auf dem Arbeitsmarkt. Nicht nur Angestellte beschäftigen sich mit ihrer beruflichen Zukunft: Wir klären auf, was in Zeiten der Pandemie besonders beim Jobwechsel zu beachten ist.

Jobwechsel: Kann ich jetzt einen neuen Job antreten?

Arbeitnehmer können den aktuellen Job, auch in Zeiten einer wirtschaftlichen Krise, beispielsweise ausgelöst durch eine Pandemie, wie das neuartige Coronavirus, wechseln. Aber auch die Notlage vieler Unternehmen kann Chefs zu einem Jobwechsel zwingen. Wichtig ist: gerade in Ausnahmesituationen sollten auch auf Arbeitnehmerseite spezielle Überlegungen im Vorfeld getroffen und Maßnahmen beachtet werden. Generell sollten sich Arbeitnehmerinnen die Fragen stellen: lohnt es sich, in der aktuellen Situation den Job zu kündigen und zu wechseln? Aber auch: welcher Arbeitgeber kann mir in der jetzigen Situation Arbeit gewährleisten und mich gerecht bezahlen?

Wichtiger Hinweis

Es sollten keine Aufhebungsverträge oder Änderungsverträge zum Arbeitsvertrag einfach unterschrieben werden, die der Arbeitgeber wegen der Corona-Krise vorlegt. Diese sollten erst beim Betriebsrat oder der zuständigen Gewerkschaft besprochen werden. Quelle: Deutscher Gewerkschaftsbund

Welche Regelungen gibt es jetzt bei einem Jobwechsel?

Im Falle einer Pandemie gelten Ausnahmeregelungen. Die Industrie-und Handelskammer Nordschwarzwald weist allerdings darauf hin, dass die arbeitsrechtlichen Regelungen im Falle eines Pandemie-Ausbruchs nicht ausgereift sind. Daher können Arbeitgeber aktuell unterschiedliche Entscheidungen treffen. Allgemein gilt:

  • Das alte Arbeitsverhältnis sollte professionell gekündigt werden
  • Unternehmen dürfen über Schutzmaßnahmen im Einzelfall entscheiden
  • Sorgen und Ängste sollten offen angesprochen werden und Ausnahmesituationen, wie der Verbreitung des Coronavirus weltweit, sollten von Geschäftsführerinnen Ernst genommen werden

Vorstellungsgespräche während der Pandemie

Nicht nur die Bundesregierung, insbesondere Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, sondern auch zahlreiche andere Organisationen, wie das Robert-Koch-Institut oder das Bundesgesundheitsministerium, raten in der heutigen Zeit von unnötigen, sozialen Kontakten ab. Einige Unternehmen können Dank unserer digitalen Gesellschaft auf die Arbeit von zu Hause zurückgreifen. Aber auch Berufsfelder, auf die das nicht zutrifft, gibt es Lösungen und Maßnahmen.

Vorstellungsgespräch mal anders – Warum denn nicht mal online?

Das klassische Vorstellungsgespräch sollte gerade in einer aufgrund einer Epidemie oder Pandemie entstehenden Krise vermieden werden, da die Ansteckungsgefahr als sehr hoch eingestuft wird. Heute gibt es allerlei Hilfsmittel, die zu einer besseren Kommunikation von zu Hause aus mit Kollegen und Geschäftsführern beitragen:

  • per Google Hangouts, Zoom, etc.
  • per Telefon, ganz klassisch

Schon gewusst?

Anbieter wie Google beispielsweise gewähren aufgrund der derzeitigen Lage ihre Kommunikationskanäle (Hangouts Premium) teilweise kostenlos für Schüler und Schülerinnen, Studierende oder Unternehmen an. Quelle: seo-suedwest.de

Der Chef möchte kein digitales Vorstellungsgespräch?

Sollte dein potenzieller, zukünftiger Arbeitgeber die von der Regierung empfohlenen Schutzmaßnahmen nicht berücksichtigen wollen, ist es trotzdem dein gutes Recht, einige Schutzmaßnahmen im Vorhinein zu treffen:

  • Aufgrund der aktuellen Lage wird ausdrücklich empfohlen, die eigenen vier Wände weitestgehend nicht zu verlassen: Weise die Person, mit der das Vorstellungsgespräch stattfinden soll, darauf hin und schlage andere Möglichkeiten vor.
  • Körperkontakt vermeiden: sieht die potenzielle Arbeitgeberin keine andere Möglichkeit, als ein persönliches Gespräch zu führen, vermeide direkten Körperkontakt: kein Händeschütteln, Händewaschen nicht vergessen und genügend Abstand zum Gegenüber. Wer Husten oder Niesen muss, sollte das in seinen Ellenbogen tun und vor dem Gespräch Fiebermessen nicht vergessen.

Angestellten im Gesundheitswesen oder im Einzelhandel kann keine Option auf Home Office gewährt werden. Um sie dennoch vor dem neuartigen Virus zu schützen, orientieren sich viele Supermärkte an den Richtlinien des Robert-Koch-Institutes, richten Hotlines ein, um ihre Mitarbeiter für besondere Hygienemaßnahmen zu sensibilisieren und vieles mehr. Quelle: rnd.de

Der Vertrag ist schon unterschrieben – Was jetzt?

Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, aktuell ausgelöst durch den sich schnell verbreitenden neuartigen Coronavirus, ermöglichen viele Unternehmen – nicht nur digitale – das Homeoffice (auch Mobile Office genannt). Das bedeutet, dass alle Mitarbeiterinnen von zu Hause aus arbeiten und über unterschiedliche Kommunikationswege kommunizieren und durch Zugänge wie VPN mit dem firmeninternen Netz verbunden sind.

Unternehmen lösen die aktuelle Situation unterschiedlich: einige lassen elektronische Geräte nach Hause liefern, andere ermöglichen den Mitarbeitern unter besonderen Bedingungen, Geräte vor Ort selbst abzuholen. Wieder andere teilen das Unternehmen in Kleingruppen ein, sodass gesunde Arbeitnehmer aufgeteilt und für bestimmte Zeiten ins Büro dürfen.

Auch die Einarbeitung kann dann via Chat, Telefon und andere Hilfsmittel geschehen. Frage hier am besten deine neue Arbeitgeberin und trau dich, eigene Vorschläge zu liefern.

Muss ich überhaupt noch Arbeiten, wenn ich Angst habe?

Die alleinige Angst vor dem Coronavirus gilt offiziell nicht als Grund, nicht zu arbeiten, so heißt es im Deutschen Gewerkschaftsbund. Nur Personen, die tatsächlich Arbeitsunfähig sind, können und sollten jetzt nicht arbeiten. Die potentielle Ansteckungsgefahr, auf dem Weg zur Arbeit oder am Arbeitsplatz, gehört zum allgemeinen Lebensrisiko. Aus der aktuellen Situation heraus bieten Arbeitgeber aber, häufig an, von zu Hause zu arbeiten. Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Besteht der Verdacht, tatsächlich an dem Virus erkrankt zu sein, etwa weil Kontakt zu einer infizierten Person oder einer Person aus einem Risikogebiet besteht oder du dich krank fühlst, solltest du das der Geschäftsführung mitteilen und bekommst – soweit dies nicht durch Tarif- oder Arbeitsvertrag ausgeschlossen ist – dein Gehalt ausgezahlt. Mehr Informationen zu dem Thema Arbeitsunfähigkeit findest du in unserem Jobs-Ratgeber.



Hinweise:

  • Alle Berufsfelder und -bezeichnungen schließen, unabhängig von ihrer konkreten Benennung, sowohl weibliche als auch männliche Personen mit ein.
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